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Afrikas Schienennetz spiegelt die komplexe Kolonialgeschichte des Kontinents und seine anhaltenden Herausforderungen bei der Infrastrukturentwicklung wider. Die meisten bestehenden Bahnstrecken wurden während der Kolonialzeit gebaut, um Rohstoffe aus dem Inland zu Küstenhäfen zu befördern, anstatt Menschen und Städte zu verbinden. Infolgedessen sind viele Netze fragmentiert, arbeiten auf unterschiedlichen Spurweiten, und grenzüberschreitende Verbindungen sind selten. Trotz dieser strukturellen Herausforderungen nehmen mehrere Länder erhebliche Investitionen vor, um ihre Schieneninfrastruktur zu modernisieren und auszubauen. Marokko eröffnete 2018 den Al Boraq, Afrikas erste Hochgeschwindigkeitsbahn, die Casablanca und Tanger mit Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h verbindet und die Reisezeit von vier Stunden und fünfundvierzig Minuten auf etwas über zwei Stunden reduziert. Südafrikas Gautrain, 2010 eröffnet, bietet eine schnelle Bahnverbindung zwischen Johannesburg, Pretoria und dem Flughafen OR Tambo mit bis zu 160 km/h. Äthiopiens Addis-Abeba-Stadtbahn und die 2017 mit chinesischer Beteiligung fertiggestellte elektrifizierte Normalspurbahn Addis Abeba–Dschibuti repräsentieren die neue Generation der afrikanischen Schienenentwicklung. Malerische Traditionsbahnen und tourismusorientierte Dienste bieten unvergessliche Erlebnisse für Reisende. Der Rovos-Rail-Luxuszug zwischen Pretoria und Kapstadt gilt als eine der feinsten Bahnreisen der Welt. Kenias Madaraka Express, 2017 auf der neuen Normalspurbahn zwischen Nairobi und Mombasa eröffnet, hat den Binnenverkehr grundlegend verändert. In Nordafrika unterhalten Marokko und Ägypten funktionierende Fernbahnnetze, und die Afrikanische Union hat in ihrer Agenda 2063 eine langfristige Vision für ein kontinentales Schienennetz.

Marokkos Al Boraq ist Afrikas erste Hochgeschwindigkeitsbahn und fährt mit bis zu 320 km/h zwischen Casablanca und Tanger.

Südafrikas Gautrain verbindet Johannesburg, Pretoria und den Flughafen OR Tambo und ist eines der modernsten Schnellbahnsysteme Afrikas.

Kenias Madaraka Express reduzierte die Reisezeit Nairobi–Mombasa von über 10 Stunden auf der Straße auf unter fünf Stunden auf der Normalspurbahn.

Ägyptens nationale Eisenbahn ist eine der ältesten in Afrika – die Strecke Kairo–Alexandria wurde 1854 eröffnet.

Rovos Rails Luxuszug Pride of Africa befahrt 3.200 km von Pretoria nach Kapstadt und wird regelmäßig zu einer der großartigsten Bahnreisen der Welt gezählt.

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Häufig gestellte Fragen

Eine durchgehende transafrikanische Bahnreise ist derzeit nicht möglich. Die Netze des Kontinents wurden in isolierten Segmenten mit unterschiedlichen Spurweiten gebaut, und grenzüberschreitende Bahnverbindungen sind selten. Die TAZARA-Bahn zwischen Tansania und Sambia ist einer der wenigen Langstrecken-Grenzverkehrsdienste. Die Vision 2063 der Afrikanischen Union beinhaltet ein kontinentales Netz, aber dies bleibt ein langfristiger Wunsch.
Für Luxus und Landschaft ist Rovos Rails Strecke von Kapstadt nach Pretoria außergewöhnlich – Vintage-Wagen, Fünf-Sterne-Gastronomie und Ausblicke auf die Winelands, die Karoo und das Highveld. Für ein praktischeres, aber immer noch landschaftlich reizvolles Erlebnis bietet Marokkos Al Boraq zwischen Casablanca und Tanger modernes Hochgeschwindigkeitsreisen mit Atlantikküsten-Ausblicken. Kenias Madaraka Express bietet eine erschwingliche und landschaftlich schöne Fahrt durch wildreiche Landschaften zwischen Nairobi und Mombasa.
Al Boraq wird von ONCF betrieben und verkehrt zwischen Casablanca Voyageurs und Tanger Ville mit Halt in Kénitra und Tanger Med Hafen. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden und zehn Minuten. Tickets können online über ONCFs Website oder an Bahnhofskassen gebucht werden. Der Zug nutzt Alstom-Euroduplex-Fahrzeuge, die mit SNCFs TGV Duplex identisch sind.
Die Sicherheit variiert je nach Land und Betreiber erheblich. Moderne Dienste wie Al Boraq in Marokko, der Gautrain in Südafrika und der Madaraka Express in Kenia arbeiten nach hohen Sicherheitsstandards. Ältere Bestandsnetze in anderen Ländern können niedrigere Standards und längere, weniger zuverlässige Fahrzeiten haben. Es empfiehlt sich, aktuelle Bedingungen über Reisewarnungen und lokale Tourismusressourcen zu prüfen, bevor man Bahnreisen in weniger entwickelten Netzen plant.
Der Gautrain ist ein Schnellbahnsystem in der südafrikanischen Provinz Gauteng, das den Flughafen OR Tambo International mit Sandton, Rosebank, dem Park-Station in Johannesburg und Pretoria im Norden verbindet. Er fährt mit bis zu 160 km/h und wird hauptsächlich von Geschäftsreisenden und Berufspendlern genutzt. Der Flughafendienst verkehrt in Stoßzeiten alle 12 Minuten und verbindet in etwa 15 Minuten mit dem Finanzdistrikt Sandton.
Südafrika hat die umfangreichste Schieneninfrastruktur des Kontinents, sowohl für Personen- als auch für Güterverkehr. Marokko hat den modernsten Personenbahnverkehr einschließlich Hochgeschwindigkeitsdienste. Ägyptens nationales Netz ist eines der längsten in Afrika. Äthiopien, Kenia und Tansania haben mit internationalen Investitionen bedeutende Strecken neu eröffnet oder aufgerüstet. Nigeria weitet sein Netz aus und hat 2021 die Normalspur-Eisenbahn Lagos–Ibadan eröffnet.